Samstag, 25. Oktober 2014

"Cowboy Bebop" [JP '98 | Hajime Yatate]

Locker-lässiger Space-Western mit 26 voneinander unabhängigen Episoden, tollen Zeichnungen und ganz viel Jazz. Die etwas redundante Episoden-Struktur (die ersten Folgen werden z.B. allesamt mit einer Schießerei eröffnet) und gewohnt statischen Protagonisten schmälern das Vergnügen dabei nur bedingt. Die Figurenschablone einer Faye, die man in ihrem Nutten-Fummel und der ungevögelten Emanzen-Attitüde gefühlt schon hundertmal gesehen und ebenso oft gehasst hat, gehört jedoch schon lange abgeschafft. Mit der späteren Integration eines Kindes ins Bebop-Team verscherzt man es sich dank dessen Maskottchen-Funktion an der ansonsten wunderbar facettenreichen Figuren-Front zumindest nicht gänzlich. Dass "Cowboy Bebop" keine zusammenhängende, große Geschichte erzählt, ist angesichts der tollen, tragischen Randfiguren, die in einer Folge auftauchen und dann wieder verschwinden, schnörkellosen Auseinandersetzungen und einem reichen, voll von nuancierten Stilblüten ausstaffierten Universum, das eben nur andeutet und subtil Fährten legt und nicht alles ausformuliert auf den Tisch knallen muss, eine einzige Schande. Umso beeindruckender, dass "Cowboy Bebop" dennoch absolut sehenswert, originär und voller leiser, großer Höhepunkte durchzogen ist. Empfehlung!

6/10

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