Samstag, 6. Februar 2016

Zuletzt gesehen: Januar 2016

 

"Knock Knock" [US '15 | Eli Roth] - 2/10

"A Most Violent Year" [US '14 | J.C. Chandor] - 7.5/10

"Irrational Man" [US '15 | Woody Allen] - 7/10

"Spring" [US '14 | Justin Benson & Aaron Moorhead] - 5/10

"Jane Eyre" [UK '11 | Cary Fukunaga] - 7/10

"Enough Said" [US '13 | Nicole Holofcener] - 6/10

"Wall Street" [US '87 | Oliver Stone] - 6/10

"The Gift" [US '15 | Joel Edgerton] - 5/10

"Kumiko, the Treasure Hunter" [US '14 | David Zellner] - 6/10

"Begin Again" [US '13 | John Carney] - 7/10

"The Revenant" [US '15 | Alejandro G. Iñárritu] - 7/10

"8MM" [US '99 | Joel Schumacher] - 5/10

"Carol" [US, UK '15 | Todd Haynes] - 6/10

"Steve Jobs" [US '15 | Danny Boyle] - 7/10

"Bone Tomahawk" [US '15 | S. Craig Zahler] - 7/10

Samstag, 30. Januar 2016

"Laurence Anyways" [CA '12 | Xavier Dolan]

 

Ich verstehe diese Welt nicht. Warum ist hier jeder wie 'ne Nutte bepinselt? Und wo kommen diese grässlichen Tapeten her? Warum darf hier nur zwischen emotionalen Extremen geschwankt werden und jede Regung scheinbar nur wild gestikulierend, laut krakeelend ausgespien? Warum sind hier alle so voll von sich selbst und so falsch in Gesellschaft? Bei Streitgesprächen wackelt die Kamera und schwenkt was das Zeug hält, weil das ja die Desorientierung und innere Unruhe der Protagonisten direkt physisch spürbar macht. Zwischendurch pumpen Pop-Songs vergangener Dekaden und Leute von der Fashion-Week laufen in Zeitlupe Straßen hinunter – sowieso ein typisches Dolan-Bild. Vor lauter Gefühlen, Tränen und Schmerz in exaltierter Ausgestelltheit spüre ich in dessen dritter Regie-Arbeit aber leider gar nichts mehr. Und sein redundanter Inszenierungsstil wird in der exorbitanten Lauflänge umso deutlicher spürbar. Dolan ist nicht doof und seine Themen brisant. Es ist nicht so, dass sich hinter der verschmierten Mascara nur Leere verbirgt und hinter den Klamotten nur Plattitüden. Aber leider zieht er es vor über Penetranz, statt über Details zu erzählen. Und leider zieht er eine Welt vor, in der nur der gehört wird, der am lautesten schreit und der am buntesten gekleidet ist. Ein Ort voller extrovertierter Hedonisten, die der Welt den lackierten Mittelfinger entgegenstrecken und die Borderline zum Zuhause machen. Leider lebt dieser Dolan in einer anderen Welt und womöglich ist das auch okay und gar nicht so traurig wie ich mir einreden will. Filmliebhaber anyway. 

4/10 

Dienstag, 19. Januar 2016

"Community" [US '14 | Season 5]

 

Ich hätte nicht gedacht, dass ich nochmal derart in die Serie finden würde. Showrunner Dan Harmon fällt eine ganze Reihe kluger Entscheidungen: Das fängt schon beim Verzicht an, die unersetzlichen Weggänge Glover und Chase kompensieren zu wollen. Mit ihnen sterben auch ihre Figuren und Figurentypen - das ist konsequent und macht den Abschied auf lange Sicht leichter. Zudem kehren mit dem wunderbaren Jonathan Banks (für länger) und Brie Larson (für 2 Episoden) neue, sympathische Gesichter in den breiten Figurenpool von Greendale ein und Shirley, die im Ensemble immer etwas abseits und funktionslos agierte, als gelegentlicher Gegenspielerin ein anderes Gesicht zu verleihen, erweist sich als sinnvoller Schritt, weil er neue Räume erschließt und eine Figur der ersten Stunde ein Stück weit neu erfindet. Sogar Liebling Abed darf sich wie Jeff in entscheidenden Nuancen weiterentwickeln, während die aufgestockten Auftritte von Figuren wie Duncan, dem Dean oder Chang zu Recht deren großer Beliebtheit Rechnung tragen. Der Abschied von großen, übergreifenden Subplots ermöglicht es darüber hinaus, "Community" nun vollkommen befreit als Detail-versessene Gimmick-Serie für den Feierabend genießen zu können. Nicht mehr, aber auch kein Stück weniger. 

7/10 

Sonntag, 10. Januar 2016

"Ginger & Rosa" [UK, CA, DK '12 | Sally Potter]

 

Der Titel ist irreführend. Es ist Elle Fanning, und nur Elle Fanning, die hier die Last und den Schrecken des Kalten Krieges auf ihren Schultern trägt. „Ginger & Rosa“ ist ein Film über Ginger und nicht über Rosa. Bis zuletzt ist der Film von ihrem Blick bestimmt, der aus den persönlichen Unwegbarkeiten sich zwischen zwei abstoßenden Elternteilen wiederzufinden eine globale Katastrophe herleitet. Die klare zeithistorische Verortung erlaubt es hierbei natürlich auch die Gefahr ganz wirklich zu verstehen, wenngleich das Interesse von Regisseurin Sally Potter ganz deutlich bei der feuerroten Hauptfigur zu liegen scheint. Dafür vernachlässigt sie andere Parteien und nimmt der eigentlich brisanten Dreiecksgeschichte die Tiefe und verschiebt den Fokus spürbar. Großes Glück für den Film ist Elle Fanning, der die Zerrissenheit und das Aufwachsen in immerwährender Alarmbereitschaft von ihren Zügen abzulesen sind und die den Film mit Natürlichkeit und Ausdrucksstärke beschenkt. Potter weiß das und überlässt ihr konsequenterweise die Bühne. Und sie ergibt sich auch nicht den Mythen des Feminismus oder erliegt dem blinden Schrei nach „starken“ Frauenfiguren. Fanning darf, wie jede andere Figur, fallen, zweifeln und wachsen, während die Welt aus ihren Fugen gerät. Fast schon ein kleines Wunder. 

7/10 

Sonntag, 3. Januar 2016

Zuletzt gesehen: Dezember 2015

 

"Captain Philips" [US '13 | Paul Greengrass] - 6/10

"Annie Hall
" [US '77 | Woody Allen] - 7/10

"A Very Murray Christmas" [US '15 | Sofia Coppola] - 6/10

"Lost River" [US '15 | Ryan Gosling] - 5/10

"Snowpiercer" [US, KR '13 | Bong Joon-ho] - 4/10

"South Park" [US '15 | Season 19] - 6.5/10

"Star Wars - The Force Awakens" [US '15 | J.J. Abrams] - 6/10

"Focus" [US '15 | John Requa & Glenn Ficarra] - 6.5/10

"Frankenweenie" [US '12 | Tim Burton] - 6/10

"Spectre" [UK '15 | Sam Mendes] - 4/10

"The Peanuts Movie" [US '15 | Steve Martino] - 7/10

"Youth" [IT, FR, UK '15 | Paolo Sorrentino] - 6.5/10

"A Million Ways to Die in the West" [US '14 | Seth MacFarlane] - 2/10

"Room" [CA, IE '15 | Lenny Abrahamson] - 7/10

"Moon" [UK '09 | Duncan Jones] - 4/10

"Trainwreck" [US '15 | Judd Apatow] - 4/10

"Hard Candy" [US '05 | David Slade] - 5/10

"Cobain: Montage of Heck" [US '15 | Brett Morgen] - 6/10

"Elena" [RU '11 | Andrey Zvyagintsev]


Ein präziser, gut beobachteter, vielschichtiger und komplexer Film, der viele Themenkomplexe anbietet, von denen sich jeder greifen mag, was er will. Mein „Elena“ erzählt in erster Linie von verschiedenen Formen der Gewalt – eine, die aus der Repression und Frustration erwächst und einer, die rituell die Zugehörigkeit zu einer Gruppe beschließt. Der erste Gewaltakt ist ein Resultat der Frustration um eine fast ausschließlich routinisierte Ehe, die in einer tristen Alltagswelt verortet ist. Zudem bricht sich im Mord am Ehemann auch die Frustration um unerfüllte Träume und die Machtlosigkeit im eigenen Lebensentwurf bahn. Elena verblieben begrenzte Handlungsoptionen, um aus dem Gefängnis Ehe auszubrechen und die Aussicht auf ein besseres Leben für die unterprivilegierte Familie ihres Sohnes zu erhalten. Der zweite Gewaltakt ist physischer, seinem sozialen Milieu entsprechend und im Grunde selbsterklärend. „Elena“ eint die Gesellschaft im Akt der Gewalt. Wo Gewalt in dem einen Milieu jedoch lediglich das tumbe, in gewisser Weise ehrliche Ausleben von Trieben bedeutet (ein Schlag in die Fresse provoziert eine konkrete, physische Reaktion), bedeutet es im anderen Milieu die vollständige Verrohung gesellschaftlicher Strukturen, die der Film in einem Dialog zwischen Vater und Tochter bereits nihilistisch andeutet. Elena's Mord geschieht aus Kalkül, sie infiltriert die High Society und lässt die Trainings-Anzug-tragenden, dauerschwangeren Langzeitarbeitslosen in ihre Paläste einkehren. „Elena“ entbehrt dementsprechend schon nicht eines gewissen, rabenschwarzen Humors. Auch wenn einem das Lachen bisweilen im Halse stecken bleiben möchte. Für das Leben im Elfenbeinturm!

6.5/10

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mein persönlicher Jahresrückblick 2015

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und abermals ziehe ich wie so viele Blogs vor und nach mir Bilanz mit Listen von den Katastrophen und Wundern dieses Kinojahres. Einiges habe ich an meinem Format geändert: Die bemerkenswerten Heimspiele, die auf hiesige, erwähnenswerte Produktionen hinzuweisen versuchten, sind rausgeflogen, weil totale Quatsch-Idee von mir – weshalb sollte man deutsche Filme der internationalen Konkurrenz entziehen? Genau, gibt keinen Grund, denn auch dieses Jahr wieder braucht sich Deutschland vor den Meistern des Weltkinos nicht zu verstecken. Weiterhin finden ab nun nur Produktionen des aktuellen Jahres Einzug in die einzelnen Kategorien, ausgenommen davon sind die persönlichen Entdeckungen, in denen auch Filme unabhängig des Jahrgangs ihre wohlverdiente Erwähnung erfahren. Die ungewissen Mittelmäßigkeiten haben nun ihre eigene Kategorie, Verpasstes und Ersehntes wird ebenfalls genannt. Viel Spaß und danke an alle, die mitgelesen haben!


8 Jahresfavoriten:


8: "Birdman" [CA, FR, US | Alejandro González Iñárritu]


7: "The Look of Silence" [DK, FI, UK, ID, NO | Joshua Oppenheimer]


6: "Polizeiruf 110: Kreise" [DE | Christian Petzold]


5: "Inherent Vice" [US | Paul Thomas Anderson]


4: "Room“ [CA, IE | Lenny Abrahamson] 


3: "The Peanuts Movie" [US | Steve Martino] 


2: "Mad Max: Fury Road" [AU | George Miller]


1: "Victoria" [DE | Sebastian Schipper]


Erweiterter Kreis:

"The Guest" [US | Adam Wingard]
"Ex Machina" [UK, US | Alex Garland]
"Alles steht Kopf" [US | Pete Doctor]
"Homme Less" [US | Thomas Wirthensohn]
"Star Wars - The Force Awakens" [US | J.J. Abrams]
"Youth" [IT, FR, UK | Paolo Sorrentino]
"Focus" [US | John Requa & Glenn Ficarra]
"Cobain: Montage of Heck“ [US | Brett Morgen]

Mittelmaß-Geschwader und Ungewissheiten:

"The Overnight" [US | Patrick Brice]
"The Propaganda Game" [ES | Alvaro Longoria]
"Macbeth" [FR, UK, US | Justin Kurzel]
"A Very Murray Christmas" [US | Sofia Coppola]
"Lost River" [US | Ryan Gosling]
"Der Marsianer" [US | Ridley Scott]
"The Tribe" [NL, UA | Miroslav Slaboshpitsky]
"Whiplash" [US | Damien Chazelle]
"Going Clear" [US | Alex Gibney]
"Mission: Impossible – Rogue Nation" [US | Christopher McQuarrie]
„Cinderella“ [US | Kenneth Branagh]
„It Follows“ [US | David Robert Mitchell]
"Sicario" [US | Denis Villeneuve]
„Trainwreck“ [US | Judd Apatow]

  Serienentdeckungen & Highlights:

"South Park" [US | Season 19]
"Louie" [US | Season 5]
"Community" [US | Season 6]
"Vikings" [CA, IL | Season 3]
"Rick and Morty" [US | Season 2]

Enttäuschungen:

"Kung Fury" [SE | David Sandberg]
"True Detective" [US | Season 2]
"Jurassic World" [US | Colin Trevorrow]
"Spectre" [UK | Sam Mendes]
"Tatort: Die Wiederkehr" [DE | Florian Baxmeyer]

Bodensatz:

"Parasyte" [JP | Kenichi Shimizu]
"Avengers: Age of Ultron" [US | Joss Whedon]
"Sleepless in New York" [CH | Christian Fei]
"Man lernt nie aus" [US | Nancy Meyers]

Persönliche Entdeckungen:

"Chungking Express" [HK '94 | Kar Wai Wong]
"Staudamm" [DE '13 | Thomas Sieben]
"Memories of Murder" [KR '03 | Bong Joon-ho]
"Finsterworld" [DE '13 | Frauke Finsterwalder]
"Citizenfour" [DE, UK, US '14 | Laura Poitras]
"Short Term 12" [US '13 | Destin Cretton]
"Wie der Wind sich hebt" [JP '13 | Hayao Miyazaki]
"Ginger & Rosa" [CA, DK, UK, HR '13 | Sally Potter]
"Shi" [KR '10 | Chang-dong Lee]
"Die sieben Samurai" [JP '54 | Akira Kurosawa]
"Joint Security Area" [KR '00 | Park Chan-wook]
"Fieber im Blut" [US '61 | Elia Kazan]
"Annie Hall" [US '77 | Woody Allen]
"Edward Scissorhands" [US '90 | Tim Burton]
"Phoenix" [DE '14 | Christian Petzold]

Verpasste Filme:

„Carol“ von Todd Haynes
„Love“ von Gaspar Noé
„Virgin Mountain“ von Dagur Kári
„Slow West“ von John Maclean
„The Lobster“ von Giorgos Lanthimos
„The World of Kanako“ von Tetsuya Nakashima
„The Assassin“ von Hsiao-hsien Hou
„The Wolfpack“ von Crystal Moselle
„A Most Violent Year“ von J.C. Chandor
„45 Years“ von Andrew Haigh
„Anomalisa“ von Duke Johnson & Charlie Kaufman
„Foxcatcher“ von Bennett Miller
„Junun“ von Paul Thomas Anderson
„Es ist schwer, ein Gott zu sein“ von Aleksei German

Dienstag, 29. Dezember 2015

"Staudamm" [DE '13 | Thomas Sieben]

 

Ich wage es: Der beste Film zum Thema Amoklauf kommt aus Deutschland. Regisseur Thomas Sieben erzählt nicht in erster Instanz die Geschichte eines Amokläufers, stattdessen erzählt er von den Dingen, die zählen. Abseits biographischer Strichlisten, Kommentaren von denen und jenen, die dachten Hans Wurst sei immer so ein lieber Junge gewesen; den Nachbarn, den entsetzten, die gar nicht glauben wollten, dass so etwas auch in der bayerischen Provinz passieren könnte. Oder eben kalkulierter Tathergangs-Rekonstruktion und den damit verbundenen Diskussionen darüber, was geht oder was nicht. All das klammert „Staudamm“ klugerweise aus. Der Blick auf den Amoklauf eines Jungen ist zunächst einmal der eines Außenstehenden, der am Küchentisch in seiner Wohnung im Rahmen einer zeitlich befristeten Anstellung die Akten wälzt, ordnet und hörbar macht, um so das Leben eines viel beschäftigten Juristen zu erleichtern, der selbst in den Skype-Sitzungen nicht den Blick von den Akten abwenden kann. Es ist in gewisser Weise unser Blick, den wir uns über Zeitungsartikel und Fernsehberichte eröffnet haben, zuzüglich einiger Trivia-Informationen über das, was einige Augenzeugen gesehen haben wollen und was nicht. Dieser Blick ist vage und fern. Sieben kehrt nun in die finstersten Winkel ein, indem er die Perspektive eines Outsiders wählt und sie sukzessive zum Insider wandelt. Mit jedem Mosaikstück des Falles, das zu den Gründen für den Amoklauf führt, mit jeder Sekunde gemeinsam mit der Überlebenden Laura und der sich langsam entfaltenden Romanze zu ihr. Sieben hält das in einer besonders kraftvollen Szene fest: nach einer romantischen Nacht in einer bayerischen Dorfkneipe steigen die beiden Protagonisten in die Schule des Amoklaufs ein. Sie rasen euphorisch durch die Gänge, beseelt von dem Gedanken aneinander Halt gefunden zu haben. Während sie auf der Treppe eine Pause macht, geistert er ins nächstgelegene Stockwerk. Es kehrt Stille ein, er atmet ruhig. Seine Arme winkeln sich an, sodass ein imaginiertes Gewehr seinen Platz findet. Er nimmt den Finger an den Abzug. Er drückt ab und gibt ein leises Schussgeräusch von sich. Bähm. Schnelle Drehung, noch ein Schuss. Bähm. - Der Amoklauf in „Staudamm“ führt zu Gründen, die jedem von uns innewohnen. Er führt zur Wut, zur Frustration, zu den Nackenschlägen, die impulsiv ausgekotzt werden. Die Rückschläge vergessen, die erdrückenden Erwartungen zerschlagen, die unendliche, überwältigende Ohnmacht für einen Augenblick der Allmacht Platz gemacht. Die Reise dorthin vollzieht der Film kaum merklich, das Einzelschicksal dient eher als Fallbeispiel. „Staudamm“ ist nicht erschreckend, weil er einen Amoklauf und die Biographie seines Verursachers reflektiert, „Staudamm“ ist erschreckend, weil wir an diesem Ort die Amokläufer sind. Und damit alleine mit unseren Problemen und den finstersten Winkeln unserer Herzen. 

7/10 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Zuletzt gesehen: November 2015


"The King of Comedy" [US '83 | Martin Scorsese] - 6.5/10

"Mission: Impossible – Rogue Nation" [US '15 | Christopher McQuarrie] - 5/10

"The Propaganda Game" [ES '15 | Alvaro Longoria] - 6/10

"Homme Less" [US '14 | Thomas Wirthensohn] - 6/10

"Menschen" [DE '15 | Grégory Darcy] - 4/10

"Citizenfour" [DE, UK, US '14 | Laura Poitras] - 8/10

"Mitte Ende August" [DE '09 | Sebastian Schipper] - 4/10

"Der Marsianer" [US '15 | Ridley Scott] - 4/10

"Macbeth" [FR, UK, US '15 | Justin Kurzel] - 5.5/10

"The Look of Silence" [DK, FI, UK, ID, NO '14 | Joshua Oppenheimer] - 8/10

"Tomboy" [FR '11 | Céline Sciamma] - 6/10

"The Tribe" [NL, UA '14 | Miroslav Slaboshpitsky] - 5/10   

"Sleepless in New York" [CH '14 | Christian Fei] - 3/10

Samstag, 28. November 2015

"Laurel Canyon" [US '02 | Lisa Cholodenko]

 

Christian Bale und Kate Beckinsale sind toll miteinander. Wie sie sich als Team aufmachen, in stillschweigender Übereinkunft eines geplanten, gemeinsamen Lebens, wie sie anfangen zu grübeln, zu zweifeln und zu fallen. Wie sie umherirren mit schwirrendem Kopf und offener Hose und konfrontiert sind zu finden, was das Herz verlangt und dem man sich gar nicht erwehren möchte – selbst wenn man es könnte. Es macht Spaß diesen beiden Schauspielern, deren Karrieren grundlegend verschiedene Richtungen einnahmen, dabei zuzuschauen, wie sie sich anschreien, sich abstoßen und doch wieder zusammenraufen, weil es das Drehbuch nur an ganz entscheidenden Stellen zu offenen Konfrontationen kommen lässt. Das sorgt für beibehaltende Spannungen im interessanten Figurengepflecht zwischen Mutter und Sohn und den jeweiligen Partnerschaften. Denn nicht zuletzt erzählt „Laurel Canyon“ von zerrütteten Familienverhältnissen und der Last des Schweigens, die Distanz aufbaut, statt Gedanken zu teilen. Cholodenko lässt die Konflikte auf einem komprimierten Raum offen zu Tage treten und thematisiert in der Intimität des alltäglichen Miteinanders sowohl Vergangenheitsbewältigung als auch Zukunftsangst und verlautbart diese über seine Figuren. Bale's Lebenswirklichkeit spiegelt nämlich ganz konkret die Vergangenheit wider und die absurd anmutenden sexuellen Eskapaden der Protagonisten die Ängste, die sie beherrschen. Auch die Angst, das Leben nicht richtig gelebt zu haben. 

6/10