Sonntag, 1. März 2015

Zuletzt gesehen: Februar 2015

 

"Nightcrawler" [US '14 | Dan Gilroy] - 5/10

"Hearts of Darkness" [US '91 | George Hickenlooper & Fax Bahr] - 6/10

"Chungking Express" [HK '94 | Kar Wai Wong] - 7/10

"Maps to the Stars" [CA, US '14 | David Cronenberg] - 6/10

"Jodorowsky's Dune" [FR, US '13 | Frank Pavich] - 5.5/10

"South Park" [US '14 | Season 18] - 7/10

"Parasyte" [JP '14 | Kenichi Shimizu] - 3/10*

"Whiplash" [US '14 | Damien Chazelle] - 5/10

"Punch-Drunk Love" [US '02 | Paul Thomas Anderson] - 7/10

"Stereo" [DE '13 | Maximilian Erlenwein] - 5/10

*bis Episode 14

Sonntag, 22. Februar 2015

"Twin Peaks: Fire Walk with Me" [FR, US '92 | David Lynch]


Stilistisch schlägt Lynch die Brücke zum erzwungenen Serienfinale. „Fire Walk with Me“ formuliert damit vor allem eine Klammer, die all die Chiffrierungen und Ausschweifungen zwischen dem, womit alles begann und dem, womit schließlich alles sein Ende fand, nihilistisch zuspitzt. Als Einstiegsdroge ist der Film über Laura Palmer aber nicht zu empfehlen, scheinen die fragmentarischen Traumschnipsel und malerischen Collagen doch gerade ein Vorwissen zu bedingen. Überdies raube der Film zu viele Überraschungen, die es ausführlicher, vorbereiteter und möglicherweise durch einen Cliffhanger gebrochen in der Serie effektiver zu entdecken gilt, das zudem den nötigen Einblick in den breiten Figuren-Pool ermöglicht. Der Film überdreht 90s-Theatralik und Over Acting allerdings nochmals um ein vielfaches. Laura Palmer auf ihren letzten Tagen zu begleiten birgt aber auch Chancen, die in einem langen, grandios guten Bar-Exzess ihren vorläufigen Höhepunkt erfahren. Unter Rotlicht glänzen Titten bis die Musik verstummt. Sexuell zum Bersten gespannt. Ansonsten beschränkt sich vieles auf eindringliche Einzelmomente (der Mord) und wummernde Traummontagen (im Bild verschwimmen Traum und Wirklichkeit), die dem Visagen-Gezerre einer selbstzerstörischen Femme Fatale mutig entgegentreten. Anstrengend, aber erlösend. 

6/10 

Samstag, 14. Februar 2015

"Moneyball" [US '11 | Benett Miller]


Seit einigen Jahren sind Filme wie „Moneyball“ in Hollywood keine Seltenheit mehr. Als quasi-dokumentarisch getarntes Autorenkino im wahre-Geschichte-Anstrich rücken Gründungsmythen wie „The Social Network“ oder kammerspielartige Krisen-Rekonstruktion wie „Margin Call“ endlich auch über Festival- und Fernsehgrenzen ("The Newsroom") hinaus in den Mittelpunkt. All diese Filme gleichen sich im Gefühl verfilmter Drehbuchseiten, und sind doch grundlegend anders; sie alle wahren sich eine formale Identität und doch zeichnet sie die Haltung aus, komplexe Zusammenhänge über lebendige Dialoge (Aaron Sorkin) und echte Menschen zu erforschen. Visuelle Spärenzchen stünden dem lediglich im Wege.

„Moneyball“ reiht sich zumindest insofern in die neue Riege amerikanischen Autorenkinos ein, als dass er einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Er ist inszenatorisch kalt, übersichtlich und zweckdienlich photographiert und kommt dem am nächsten, was man als Bühnenillusion bezeichnen könnte. Eine künstlich geschaffene Theaterbühne, die sich formal zwar an filmästhetischen Mitteln bedient, diese aber nicht als Antriebsfeder dafür versteht, den Zuschauer emotional zu involvieren.

Natürlich geht es in „Moneyball“ auch um Veränderung und Wandel, darum gegen alle Widerstände am dem festzuhalten, an das man glaubt, natürlich geht es um starre Strukturen, die es aufzubrechen gilt und den reaktionären Abwehrmechanismus alt eingesessener System-Veteranen und die lästigen Windmühlen, die alles erschweren - um all das geht es in „Moneyball“. Vor allem aber ist „Moneyball“ ein Film über seine Hauptfigur, Billy Beane. Jene Figur also, die die Moneyball Years im modernen Baseball-Sport losgetreten hat und hier von Hollywood-Juwel Brad Pitt verkörpert wird.

Beane bleibt fortwährend eine unnahbare, undurchdringbare Figur. Sie tritt in fast jeder Szene auf, aber sie bleibt immer ein Geheimnis. Wir nehmen die Position von Hill ein, der nach Offenlegung aller Zahlen und statistischen Analysewerte keine Geheimnisse mehr beherbergt. Er verleibt als auserzählter Beobachter, der hin und wieder an Pitt zweifelt und im Sinne des Zuschauers Verständnisfragen stellt. Und wie er vertrauen wir Pitt blind. In diesem Zusammenhang ist auch die quälend lange Niederlagenserie nicht bloß ein zweckdienliches, dramaturgisches Alibi, eine notwendige Station, um schließlich alles in einem entscheidenden Finalspiel kulminieren zu lassen, sondern zuvorderst eine Bewährungsprobe für die Figuren, die in Uneinigkeit ein einmaliges Experiment bestreiten.

Hier setzt Miller eigenwillige Höhepunkte: Die darauf folgende, sensationelle Siegesserie bildet den dramaturgischen Höhepunkt. Erst der knapp errungene, zwanzigste Sieg in Serie, der den Spielraum durch Umschnitte auf Beane in den Katakomben und den Geschehnissen im Stadion spielerisch verdichtet, kreiert eine Siegermannschaft, die zur Meisterschaft fähig ist und liefert den Beweis: das System funktioniert. Miller platziert diese Montage jedoch interessanterweise in der Mitte des Films.

Denn „Moneyball“ ist nach wie vor ein Film über Billy Beane, die Struktur des Filmes somit nur Ausdruck seiner inneren Welt. Er scheint nie ganz glücklich, immer versunken, den gesamten Film über steht er unter Strom, prescht nach vorne, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Selbst die Siegesserie, die Gewissheit etwas Historisches geschafft zu haben und nicht in Vergessenheit zu geraten, verliert jeden Wert, solange der Pokal nicht gewonnen ist. Es zählt nur der Gewinner. Der, der am Ende noch steht. Damit steht er auch für ein System voller Verlierer. Er bleibt immer getrieben, nie fertig, immer auf der Suche.

6.5/10

Sonntag, 8. Februar 2015

"Casshern" [JP '04 | Kazuaki Kiriya]

 

Dass ich "Casshern" irgendwann einmal als Jugendlicher gesehen habe und er mir nach wie vor im Gedächtnis geblieben ist, spricht eigentlich für sich - oder mein seltsames Gedächtnis. Jedenfalls ist die Faszination verblieben, auch nach einer erneuten Sichtung, die eine kommende Enttäuschung geradezu zwangsläufig erwarten ließ. Schließlich steckt man cheesy CGI, riesige Roboter-Armeen und Anime-Gekloppe in dem Alter irgendwie noch besser weg. Schließlich war man mal genügsamer, unbefleckter - dümmer. Die Faszination von "Casshern" ist jedoch wie gesagt verblieben, weil die Manga-Adaption in Sonnenstrahlendurchfluteten Computerwelten ungeahnte erzählerische Kräfte um die unterschiedlichsten Einzelschicksale mobilisiert, die manchmal an Anno's Anime-Wunder "Neon Genesis Evangelion" erinnern. Mit dieser wundervollen Form japanischen Sentiments, das direkt unter die Haut geht und einem traumwandlerischen Score voller Facettenreichtum. Hinter Schwermetal und Japano-Trash, Overacting und blöden Frisuren offenbart sich ausladender Gefühlskitsch, der sich unerschrocken und naiv den Fragen des Existenzialismus stellt. Ich denke, wer wirklich sucht, kann hier mehr finden, wenngleich das natürlich Special Interest der allerersten Güte ist. 

6/10 

Sonntag, 1. Februar 2015

Zuletzt gesehen: Januar 2015

 

"Fedora" [DE, FR '78 | Billy Wilder] - 5.5/10

"The Adventures of Tintin" [NZ, US '11 | Steven Spielberg] - 4/10

"22 Jump Street" [US '14 | Christopher Miller & Phil Lord] - 5/10

"All Is Lost" [US '13 | J.C. Chandor] - 6/10

"Vier im roten Kreis" [FR '70 | Jean-Pierre Melville] - 6/10

"Die Mannschaft" [DE '14 | Martin Christ & Jens Gronheid] - 2/10

"Ponyo" [JP '08 | Hayao Miyazaki] - 6/10

"Coherence" [US '13 | James Ward Byrkit] - 6.5/10

"Family Guy: Es ist eine Falle" [US '10 | Seth McFarlane] - 5/10

"Primer" [US '04 | Shane Carruth] - 4/10

"Short Term 12" [US '13 | Destin Cretton] - 7/10

"13 Assassins" [UK, JP '10 | Takashi Miike] - 6/10

"Wie der Wind sich hebt" [JP '13 | Hayao Miyazaki] - 6/10

"Assault on Precinct 13" [US '76 | John Carpenter] - 4/10

"Winter's Bone" [US '10 | Debra Granik] - 5/10

"Paris is Burning" [US '90 | Jennie Livingston] - 6/10

"Edward Scissorhands" [US '90 | Tim Burton] - 8.5/10

"The Mist" [US '07 | Frank Darabont] - 4/10

"Der Mongole" [RU '07 | Sergei Bodrov] - 4/10

"Birdman" [CA, FR, US '14 | Alejandro González Iñárritu] - 8/10

Louis C.K. - Stand up:

"Shameless" (2007) - 6/10

"Chewed Up" (2008) - 7/10

"Hilarious" (2010) - 7/10

"Live at the Beacon Theater" (2011) - 7/10

"Oh My God" (2013) - 7/10

Samstag, 24. Januar 2015

"The End of Evangelion" [JP '97 | Hideaki Anno]

 

Der verwirrten Gedankenwelt Shinji's wird in „End of Evangelion“ - mehr als Ergänzung der Final-Episoden der Originalserie, denn als alternatives Ending – nun auch physisch Ausdruck verliehen. All das also, was sich aus den abstrahierten Denkprozessen und seelischen Konflikten seiner Protagonisten höchstens ableiten ließ, macht das nun ganz endgültige, auf Zuschaueranfrage nachgeschobene Ende greifbar. Einfacher zu erfassen macht „End of Evangelion“ die EVA-Serie deswegen aber nicht, sie erweitert vielmehr das ohnehin vielfältige Interpretationsspektrum des Universums. Der Introspektive folgt die Outrospektive. Anno stellt der verhandelten, existenziellen Krise eines Jugendlichen Untergang und Wiedergeburt der Menschheit entgegen; und mehr noch: er verknüpft sie miteinander und macht die Entscheidung des Individuums zur Bedingung des Fortbestandes eines Kollektives. Denn am Ende kreist alles um den Protagonisten. Willst du Leben und riskieren verletzt zu werden? Oder willst du vergehen, damit der Schmerz vergeht. „Wenn man Leben will, wird jeder Ort zum Paradies.“

7.5/10

Sonntag, 18. Januar 2015

"Sherlock" [UK '14 | Season 3]

„Der leere Sarg“


Dreht sich fast ausschließlich im Kreis. Die Köpfe hinter "Sherlock" verlieren sich im Twist des Twists, weil letztlich sowieso nichts so ist, wie es zu sein scheint, weil hinter allem ein doppelter Boden steckt und das Kaninchen dahinter, weil man statt einer kreativen Vision zu folgen, zum Dienstleister einer selbst geschaffenen, kaum zu befriedigenden Fan-Gemeinde geraten ist. Also wird vornehmlich um sich selbst und den Paukenschlag der zweiten Staffel gekreist: Wie hat Sherlock überlebt? Am Ende dieser als verschachteltes Twist-Konstrukt getarnten Pose ist das eigentlich völlig egal, weil sich das künstlich hochgejazzte Mysterium um den Ausgang des Reichenbachfalls durch unzählige, potenzielle Ausgänge selbst entzaubert. Abseits davon pumpt "Der leere Sarg" einen Vierzig-Minuten-Plot durch hippe Überinszenierung und ewige Zeitlupen-Exzesse sogar auf Spielfilm-Länge auf. Langweilige Angeber-Figuren wie Mynecraft verschenken inzwischen jede Sympathie, während Cumberbatch jedem Poser-Gehabe entgegen, sogar Momente rührender Menschlichkeit verleben darf bis das Finale ihn wieder zum kolossalen Arschloch mutieren lässt. Es gibt Augenblicke, die machen Lust "Sherlock" weiterzuverfolgen, der Rest wird unter dem unbedingten Streben, besonders clevere Abend-Unterhaltung abliefern zu wollen, begraben. "Sherlock" ist ein riesiges Missverständnis.

4/10

„Im Zeichen der Drei“


Zunächst, so scheint es, setzt sich der Negativtrend fort. „Im Zeichen der Drei“ startet über überflüssigen technischen Firlefanz und den absoluten stilistischen Overkill nämlich zunächst ein Ablenkungsmanöver nach dem nächsten; jeder Szenenwechsel wird nochmal akustisch unterstützt, keine Einstellung darf länger als fünf Sekunden verweilen. Die sinnvolle Verwendung filmästhetischer Mittel, die Sherlock's Beobachtungs- und Denkprozesse als integraler Bestandteil der Serie in schnittige Bilder übersetzt, ist längst zur eitlen Pose verkommen, die die Inszenierung nur noch selten als Diener versteht und seine Figuren viel zu oft zu einfachen Comic-Reliefs degradiert. Zumindest die Figur der Mary Morstan (Amanda Abbington) bringt frischen Wind in die Figuren-Konstellationen der Serie, weiß sie doch offenkundig mit Sherlock's unzähligen Eigenheiten umzugehen und immer wieder liebevollen Widerstand zu leisten. Völlig beschwipst vom andauernden Fan-Service und Angeber-Parolen scheinen die Autoren nämlich noch nicht, so markiert Sherlock's Hochzeitsansprache einen ersten, mittelgroßen Höhepunkt im dritten Serien-Jahr. So selbstreflexiv, so emotional intelligent und empathisch durfte sich Sherlock bisher nur selten geben und „Im Zeichen der Drei“ führt die Entwicklung des „hochfunktional soziopathischen“ Ermittler-Genies konsequent weiter. Man darf ihn nicht mehr nur bewundern oder ätzend arrogant finden, man darf ihn inzwischen sogar richtig lieb haben - trotz seiner Fehler, weil er manchmal wie ein kleines Kind ist und manchmal wieder ganz der Alte. Die Struktur von „Im Zeichen der Drei“ - die unzuverlässige Nacherzählung eines Falles, der von hinten aufgerollt wird und kleine Anekdoten als Teil der wundervollen Hochzeitsrede (schlimm: Sherlock und Watson auf Junggesellen-Abschied) – lädt zu einem gemütlichen Rätselraten mit spannendem Finale ein. Tatsächlich: „Sherlock“ funktioniert. Noch.

5/10

„Sein letzter Schwur“


Und weiter geht’s. Auch Episode 3 führt die Entwicklung hin zu einem „neuen“ Sherlock mit einigen Überraschungen fort. Nun werden also auch die Drogen thematisiert und nach der für Sherlock äußerst verwirrenden Begegnung mit Irene Adler in Staffel 2 wird das weibliche Geschlecht sogar in seinem Schlafzimmer gesichtet, was in einer wunderbaren Szene mit Freeman festgehalten wird; eine Szene, die auch deswegen so wunderbar ist, weil Freeman – wie der Zuschauer auch – viel weniger an den Ausführungen über den sich anbahnenden Fall als an Sherlock's scheinbarer Beziehung interessiert ist, was „Sein letzter Schwur“ schließlich auch ganz konkret miteinander verzahnt. Darüber hinaus betritt nach zwei mehr oder minder entspannten Detektiv-Abenteuern nach Moriaty nun ein weiterer, ernst zu nehmender (Bond-)Bösewicht die Bühne und pisst Sherlock und Watson sogar ganz wörtlich ans Bein. Der angenehm twistige Fall hält nach dem soliden zweiten Durchgang zudem einen weiteren Höhepunkt bereit, der die große Überraschung mal wieder selbstbesoffen überinszeniert. In einigen Momenten ist „Sherlock“ dann sogar so gut wie zu besten Zeiten, wenngleich das eigene Miträtseln bei so viel Wendung, Illusion und Kartentrick irgendwann auf der Strecke bleibt. Am Ende ist nur sicher, dass nichts sicher ist - das lehrt uns schließlich auch der obligatorische Cliffhanger, der das vorhersehbare, aber spannende Finale vollkommen ad absurdum führt.

5/10

Freitag, 16. Januar 2015

"Mud" [US '12 | Jeff Nichols]


Die Sklaverei ist verbannt, eingemottet, schließlich hat der Abolitionismus längst seine Früchte getragen. Aus dem schwarzen Sklaven Jim ist der weiße Aussteiger Mud geworden. Aber auch dieser ist ein Ausgestoßener; ein von der Gesellschaft nicht länger duldbarer Revolverheld, der das Gesetz einmal zu oft in die eigenen Hände genommen hat und nun auf einem Eiland im Herzen Arkansas als notgedrungenes, isoliertes Exil auf Hilfe angewiesen ist. Die Beziehung zu seinem Exil ist ambivalent – sie ist Schutz und Strafe zugleich. Aus Jim wird Mud. Aber die Probleme sind für Huck (hier: Ellis) nach wie vor die selben: Was soll ich tun? Und was davon ist das richtige? „Another boy's book“ nannte Twain seine Geschichte 1876, nun ist es „another boy's film“, der strikt aus der Perspektive eines heranwachsenden Herumtreibers und im Geiste schweißtriefender, dauer-nuschelnder Südstaaten-Karikaturen Männerfreundschaft und erste Liebe erforscht – mit all dem Glück und all dem Scheiß. Der innere Kompass eines Kindes, die innere Stimme, die drängt und sich nicht verstummen lässt, ist es schließlich, die hier die Entscheidungen trifft, Verantwortung übernimmt. Und der stille Schrei nach Gerechtigkeit, der sich weigert nicht weiter geträumt zu werden. Mit der Unterstützung eines anpackenden Anti-Helden, der immer auch idealisierte Vaterfigur bedeutet, weil der eigene zu sehr beschäftigt ist mit sich selbst und einer Welt aufgefüllt mit verkomplizierenden Erwachsenenproblemen. Das böse Erwachen kommt schließlich so oder so und lässt Macho-Ideale und Südstaaten-Romantik gnadenlos in sich zusammenbrechen, während sich Ellis auf seinem Weg zur Mannwerdung schmerzlich von seinen Illusionen lösen muss; vor allem jener, dass mit dem Alter vieles klarer wird. Und doch muss man in „Mud“ nichts für bare Münze nehmen, lässt Nichols doch wie schon in seinem Vorgängerwerk "Take Shelter" vielfältige Interpretationsmöglichkeiten bestehen. Das eröffnet einen freien Blick, der vieles zulässt und nichts versperrt. 

6.5/10