Freitag, 6. Dezember 2013

"Ghostbusters" [US '84 | Ivan Reitman]

„Who you gonna call?“ Hach, gut zu wissen, dass auch diese Kindheitserinnerung nichts, aber auch rein gar nichts von seiner einstiegen Magie verloren hat. „Ghostbusters“ bleibt das gute, unersetzliche Stück 80er Jahre-Kino, als das man es einst in sein Herz geschlossen hat und erinnert in seiner absoluten Liebe zum Detail und diesem unvergleichlichen, nostalgischen Herzrasen in jeder überdrehten, herrlich verrückten Bildsequenz gefühlsmäßig auch ganz konkret an den früheren „E.T. the Extra-Terrestrial“ oder den ein Jahr später folgenden „Back to the Future“.

Ivan Reitman's „Ghostbusters“ atmet den Geist seiner Zeit dabei so intensiv wie kaum ein anderer Film: Ominöse Gerätschaften, paranormale Vorkommnisse, radioaktives Arbeitsgerät (niemals die Laserströme kreuzen!) - das ist Kino in einer anderen Welt, das ist Hollywood, wie es wohl nie wieder so funktionieren würde und vor allem ist das Nostalgie bis in die Zehen- und Haarspitzen. Die Overalls, das Dienstfahrzeug, die umfunktionierte Feuerwache als ambitionierte Kammerjäger-Agentur. Selbst das staubige Mobiliar, das Kaugummi unter den abgetretenen Sport-latschen, die Frisuren, die überdimensionierten Horn-Brillen; sie alle schreien das magische Jahrzehnt hinaus, es klebt quasi an ihnen, ist ein Teil ihres Charmes, des transzendenten Gefühl des Wohlbefindens und des euphorischen Kribbelns in der Bauchgegend.

Schwelgen in einer Zeit der hoch budgetierten B-Movies, der überbordenden Fantasie, dem hemmungslos Überdrehten und Verrückten. „Ghostbusters“ als Bestandteil eines Abenteuerspielplatzes, einer Traumfabrik, einer Jahrmarkt-Attraktion, die wir so gerne Kindheit nennen. So herrlich schräg, so wunderbar straight, ganz ohne Schnörkel. Billy Murray, Dan Aykroyd, Schleimer: sie alle sind ein Bestandteil dieses konservierten Stücks Vergangenheit. Unsere Reiseleiter wenn man so will.

„Ghostbusters“ als ein Stellvertreter für das Kino seiner Generation. Ein Kino der scheinbaren Grenzenlosigkeit, eines der Sensationen, der Originale und der funkelnden Kinderaugen. Vor allem auch ein Kino der augenzwinkernden Selbstironie; eines, das sich seiner bekloppten Einfälle nicht zu schämen brauchte, weil es noch welche hatte. Völlig egal ist dabei auch, dass es sich bei dieser Erinnerung um einen Anachronismus handelt. Ein wertvolles Stück Geschichte, eine Zeitreise, die ich immer wieder antreten möchte. Der Schatz in meiner Schatzkiste, ganz für mich allein. 

7/10

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