Samstag, 6. Dezember 2014

"The Amazing Spider-Man" [US '12 | Marc Webb]

Das war nüscht. Einfach nichts. Nichts. Kein Esprit, kein Charme, keine Ecken, keine Kanten. Unsympathischer Proll mit Nerdbrille wird zum Superheld und mutiert mit den gewonnen Kräften zu einem noch größeren Arschloch. Alle anderen Figuren sind - wie gesagt - nichts. Keine Menschen, keine Charaktere, nur leere Hüllen, die irgendwelche austauschbaren Dialogzeilen in fürchterlichen Rückblenden brabbeln, ohne Zusammenhang. Sheen ist noch okay, und Stone nervt nicht. Der Raimi-Interpretation kann Webb nichts hinzufügen, wobei von dem hier sowieso nichts zu spüren ist. Auftragsarbeit eben, inzwischen gar industriell ausgeweitet, bis 2020 heißt es Fließband, um als Erfüllungsgehilfe visionsloser Studiobosse Reichtum anzuhäufen. Es gibt auch eine Dramaturgie, und Effekte, und eine Liebesgeschichte. Der Gegner ist 'ne hässliche Eidechse, die die Welt verbessern will und die Effekte richtig schön rundgelutscht. An diesen Trümmerteilen kann man sich nicht verletzen, deswegen ist die Gefahr natürlich auch nicht real. Und die Liebesgeschichte wird im Vorbeigehen erzählt, wobei mit der unkomplizierten Gwen Stacy schon alles nach fünf Minuten geklärt ist. Es bleibt nichts. Kein Gefühl, keine Regung, nur gestohlene Lebenszeit. Und Leere, wie sie einen bei Unterhaltungskino heutzutage eben immer öfter ergreift. 

3/10

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