Mittwoch, 19. November 2014

"Interstellar" [US, UK '14 | Christopher Nolan]

Zimmer zimmert wieder. Und wie. Volle Lotte. Diesmal hat er die Orgelklaviatur für sich entdeckt. Und das soll auch der hinterletzte Vollhorst begreifen. Schließlich, so heißt es, sei Nolan mit „Interstellar“ emotionaler geworden, fühlbarer, wärmer. Weil schmerzverzerrte Gesichter und Rotznasen ja Emotionen bezeugen, die Nolan jedoch wieder einmal unfähig ist zu kommunizieren ohne jede Regung, jedes Gefühl falsch zu erheben und laut auszusprechen. Nolan'sches Erklärbär-Kino, das von langweiligen Figuren erzählt, denen ein Schlauberger-Monlog nach dem anderen in den Mund gelegt wird, wenn sie von Schauwert A zu Schauwert B jagen. Der Schauwert beschränkt sich jedoch auf ein Wurmloch und ein Bücherregal, den Rest hat man in jüngerer Kinovergangenheit („Gravity“) oder gar bei Nolan selbst schon besser gesehen. Bleibt die letzte halbe Stunde, die diesen unsagbar dummen, faul geschriebenen Mumpitz zumindest erträglich macht. Der Pathos und das Sentiment stehen Nolan, aber er vertraut der Kraft seiner Bilder nicht. Es verbleibt die Ambition und der Respekt vor dem Wagnis, den man einem der letzten tollkühnen Hollywood-Dirigenten trotz allem entgegenbringen möchte.

4/10

Kommentare:

  1. Ich fand Zimmers Score eigentlich ganz gut. Hat zumindest dafür gesorgt, dass ich nicht eingeschlafen bin.

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    1. Sooo schlecht fand ich ihn auch nicht - nur eben Brechstangen-mäßig aufdringlich. Ich will die Emotionen nicht in die Fresse gedrückt bekommen.

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  2. Ich schließe mich eigentlich großteils an, ich selbst war ebenfalls nicht allzu beindruckt von dem Film, ab Minute 135 musste ich mit der Müdigkeit kämpfen...
    Liebe Grüße
    Jeanne

    P.s Eigentlich Buchbloggerin jetzt auch Filmbloggerin
    Ich freu mich über einen Besuch: http://ingame-movieon.blogspot.co.at/

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