Freitag, 8. November 2013

"Das Leben ist schön" [IT '97 | Roberto Benigni]

Man fragt sich, wie so etwas nur geschehen konnte und wie erklärt man einem Kind, was man selber nicht zu erfassen imstande ist. Dem Wahnsinn des Holocausts und der absurden Idee einer „Herrenrasse“ mit Humor und einem Lächeln zu begegnen, kann ungeheuer befreiend sein, auch wenn dieses nach wie vor so unfassbare Kapitel dunkler (oder besser: brauner) Menschheitsgeschichte an uns – als intelligente und der Empathie befähigte Spezies – ganz ernsthaft zweifeln lässt. Warum sich also nicht märchenhaft, wild fabulierend diesem Thema nähern, den Kern einer dummen, zutiefst stumpfsinnigen Ideologie an der geschniegelten SS-Uniform durch den Kakao ziehen. Warum nicht Zappel-Philipp Roberto Benigni durchs Konzentrationslager hüpfen lassen, der die Absurditäten auf den Höhepunkt treibt. Selten wieder vermochte es ein Film sich derart befreit und integer diesem empfindlichen, in etlichen, mahnenden Unterrichtsstunden durchgekauten Thema zu widmen und dabei sogar neue Facetten aufzuzeigen. Und obwohl Einzelschicksale in den Mittelpunkt rücken, wird Benigni nie sentimental. Das ist nicht das Ende, das ist erst der Anfang, und das Leben ist schön.

6/10

Kommentare:

  1. Für diese flammende Rede ein doch recht verhaltenes Urteil. Wer kein Problem mit der verspielten Herangehensweise des Films hat, müsste den eigentlich lieben.

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    1. Sind nur Punkte und uneingeschränkter Fan des Benigni-Humors bin ich leider nicht.

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    2. Stimmt. Das mit den Punkten hatten wir schon mal. Langsam glaub ich, dass es an mir liegt. :(

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  2. Mach dir keine Vorwürfe, sonst zerbrichst du daran wie eine Schock-gefrorene Rose in einer lauen Sommer-Brise.

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