Samstag, 8. Dezember 2012

"Beim Leben meiner Schwester" [US '09 | Nick Cassavetes]

Betroffenheits-Kitsch der aller übelsten Sorte. Schon so sehr Hollywood-Klischee, dass es beinahe karitative Züge annimmt. Eine grauenhafte Krankheit nimmt Nichtskönner Cassavetes zum Anlass selten so deplatzierter Dramatisierung: Pausenlos wird ein fürchterlich beliebiger Klangteppich über synthetisch anmutende Breitwandbilder und "dramatische" Slow-Motion-Einstellungen gestülpt. Keine Sekunde hält er ohne sein abartig sentimentales Pop-Gedudel aus. Ständig klimpert jemand auf der Gitarre herum oder prügelt betroffen auf die Klaviatur ein. Gefühlskino grandios missverstanden: Denn Kitschnudel Cassavetes scheint unfähig Figuren und deren Emotionen vor dem Hintergrund des hier gezeigten Schicksals zu erforschen und annähernd adäquat auf die große oder kleine Leinwand zu transferieren. Seine mehrperspektivische Erzählung bleibt ein narratives Gimmick, Emotionen bleiben pure Affektion und Bildsprache bleibt hoffnungslos pathetisch. Das ist alles so traurig und doch so falsch.  

3/10

Kommentare:

  1. Schön in die Eier, nicht zu Unrecht. Ganz so hart würde ich ihn nicht rügen, Diaz fand ich beispielsweise grandios. Aber im Endeffekt schon ziemlich versaut mit dieser Schluchz-Kitschie-Tränendrüsenmassagesession von einem Kitschungetüm!

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  2. John Cassavetes würde sich im Grabe im umdrehen, wenn er wüsste, was sein talentfreier Sohn alles verbricht.

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