Mittwoch, 18. Juli 2012

"Scoop" [US, UK '06 | Woody Allen]

Das war es also. Mein erstes Aufeinandertreffen mit Woody Allen. Dass ich mit „Scoop“ vermutlich keinen seiner viel verehrten Klassiker erwischt haben würde, dämmerte mir zwar schon vor der Sichtung, doch, dass es dann in solch einem faden, nichtssagenden und derart auf die Eier gehenden Nachmittags-Fiasko enden würde, hätte sich wohl selbst der größte Pessimist nicht zu denken getraut. Zu Allen's Verteidigung: Mehr als eine kleine Fingerübung sollte diese etwas skurrile Krimikomödie um eine engagierte Journalismus-Studentin (nervige Synchronstimme, aber süß: Scarlett Johansson) und einen alten Bühnenmagier (Kopfschmerz-verursachend: Woody Allen), die einen vermutlichen Serienkiller (Hugh Jackman, quasi als er selbst) zu überführen versuchen, wahrscheinlich nicht werden - hoffe ich zumindest. Denn „Scoop“ ist ganz und gar kein Knüller (höhö). Bis auf ein, zwei charmante Dialogzeilen („erblich bedingte Sink-Tendenz“) und eine zumindest bemühte Schauspieler-Riege, hat Allen wenig zu bieten. Die regelmäßigen Wortschwalle Allen's gehen einem mindestens nach den ersten zwanzig Minuten nur noch gehörig auf die Nerven und der Plot ist ebenso simpel wie bekloppt. Alles wirkt so belanglos, ohne Esprit und wie (oder besser unter dem Einfluss welcher Mittel) Allen auf die Idee mit der Überfahrt ins Jenseits gekommen ist, will sich mir auch nicht so recht erschließen. Bleibt zu hoffen, dass sich Allen in seinen früheren Filmen nicht allzu oft selbst besetzt hat und dass seine Vorgängerwerke auch ohne einen Hugh Jackman auskamen. Johansson dürfte aber dabei sein.  

4/10

Kommentare:

  1. Schade, habe ich komplett anders wahrgenommen; ein kleiner Allen, aber ein federleichter. Ich bin allerdings ein Allen-Anhänger. Außerdem: Ian McShane. <3

    »I was born into the Hebrew persuasion, but when I got older I converted to narcissism.«

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    1. Habe ich bei MP gesehen. Ich denke im O-Ton hätte er mir auch noch einen ticken besser gefallen und so seine Momente hatte er ja auch. "Nachmittags-Fiasko" ist vielleicht auch etwas übertrieben, aber hey! - Polemik does matter. ^^

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  2. Och schade den hab ich eigentlich ganz gerne, von Woodys neuen Filmen. :-/ Anders gesagt: Das bessere Prestige. Oder die Parodie drauf.
    Um auf deine Hoffnungen einzugehen - doch hat er, der alte Neurotiker. Den Jackman aber nicht, den ich hier sehr charmant fand. Johansson hingegen schon des öfteren, sowohl bei »Match Point«, das perfide Spätmeisterwerk - auch in London angesiedelt und an gemächlicher Eleganz kaum zu toppen. Oder eben Vicky Christina Barcelona - mit der Crúz. ;) Zweiterer ist aber auch eher ein gemütlicher Spaß-Allen.

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    1. Crúz und Johansson <3 - der alte Lustmolch hat Geschmack ^^.

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  3. I declare! Wenn du Woody im Film nicht ausstehen kannst (konnte ich lange Zeit auch nicht), fang mit einem seiner Filme an, in denen du ihn nicht "ertragen" musst! Ich fand den Einstieg zum Beispiel mit "The Purple Rose of Cairo" (1985). Der Zugang zur "New York"-Trilogie fehlt mir noch immer, weil er mir dort arg neurotisch vorkommt; hingegen finde ich ihn heute ganz witzig in der unterschätzten Screwball-Comedy "The Curse of the Jade Scorpion" (2001).

    Muss langsam auch mal über einen seiner Filme schreiben...

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    1. Danke für die Tipps! Skeptisch bin ich nach diesem hier dennoch im Bezug auf seine darstellerischen Fähigkeiten.

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