Sonntag, 22. Februar 2015

"Twin Peaks: Fire Walk with Me" [FR, US '92 | David Lynch]

Stilistisch schlägt Lynch die Brücke zum erzwungenen Serienfinale. „Fire Walk with Me“ formuliert damit vor allem eine Klammer, die all die Chiffrierungen und Ausschweifungen zwischen dem, womit alles begann und dem, womit schließlich alles sein Ende fand, nihilistisch zuspitzt. Als Einstiegsdroge ist der Film über Laura Palmer aber nicht zu empfehlen, scheinen die fragmentarischen Traumschnipsel und malerischen Collagen doch gerade ein Vorwissen zu bedingen. Überdies raube der Film zu viele Überraschungen, die es ausführlicher, vorbereiteter und möglicherweise durch einen Cliffhanger gebrochen in der Serie effektiver zu entdecken gilt, das zudem den nötigen Einblick in den breiten Figuren-Pool ermöglicht. Der Film überdreht 90s-Theatralik und Over Acting allerdings nochmals um ein vielfaches. Laura Palmer auf ihren letzten Tagen zu begleiten birgt aber auch Chancen, die in einem langen, grandios guten Bar-Exzess ihren vorläufigen Höhepunkt erfahren. Unter Rotlicht glänzen Titten bis die Musik verstummt. Sexuell zum Bersten gespannt. Ansonsten beschränkt sich vieles auf eindringliche Einzelmomente (der Mord) und wummernde Traummontagen (im Bild verschwimmen Traum und Wirklichkeit), die dem Visagen-Gezerre einer selbstzerstörischen Femme Fatale mutig entgegentreten. Anstrengend, aber erlösend. 

6/10 

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