Sonntag, 30. November 2014

Zuletzt gesehen: November 2014

"Louie" [US '12 | Season 3] - 6/10

"Louie" [US '14 | Season 4] - 8/10

"Edge of Tomorrow" [AU, US '14 | Doug Liman] - 5/10

"Evil Dead" [US '81 | Sam Raimi] - 5/10

"The Spectacular Now" [US '13 | James Ponsoldt] - 5/10

"Kidnapped" [ES '10 | Miguel Ángel Vivas] - 5.5/10

"Schule" [DE '00 | Marco Petry] - 5/10

"Kings of Summer" [US '13 | Jordan Vogt-Roberts] - 4/10

"Life of Pi" [US '12 | Ang Lee] - 5/10

"Interstellar" [US, UK '14 | Christopher Nolan] - 4/10

"X-Men: Days Of Future Past" [US '14 | Bryan Singer] - 4/10

"Angel's Egg" [JP '85 | Mamoru Oshii] - 6/10

"Hard Eight" [US '96 | Paul Thomas Anderson] - 6.5/10

"Irreversibel" [FR '02 | Gaspar Noé] - 3/10

"Tropfen auf heisse Steine" [FR '00 | François Ozon] - 6/10

"Mississippi Burning" [US '88 | Alan Parker] - 5/10

"Excision" [US '12 | Richard Bates Jr.] - 6/10

Samstag, 29. November 2014

"Prisoners" [US '13 | Denis Villeneuve]

Eigentlich die Geschichte von einem Superbullen, der andauernd von Wolverine sabotiert wird. Die Schauspieler gefallen, ihre Figuren können dieses überlange 160-Minuten-Brett aber auch nur bedingt tragen. Einen solchen Film über zwei Stunden zu erzählen macht aber schon Sinn, weil die Unerträglichkeit des Wartens und die Aussicht des Scheiterns zentrale Eckpfeiler der Geschichte bilden und die Figuren Raum brauchen, die jeweiligen, ungeheuer vielseitigen Reaktionen glaubwürdig auszubilden. Villeneuve hat diesen Raum, nutzt ihn aber nicht. Jackman's kreuzdoofes Proleten-Vieh von Vater ist schon nach der ersten Szene restlos ausbuchstabiert, Bello fällt nach der Anfangsphase einfach hinten runter, ebenso das andere Elternpaar. Auch die Fähigkeiten eines Dano bleiben sträflich ungenutzt. Es verbleibt Gyllenhaal, der die Reise aus "Zodiac" im Körper eines spannenden, Augen-verkniffenen Arbeitstiers und im Geiste eines True Detective erneut antritt. Die zunächst noch sinnvoll lethargische Inszenierung steht sich spätestens im letzten Drittel nur noch selber im Weg. Und obwohl die Auflösung schon klar geht, entgegen südkoreanischem Nihilismus sogar ein angenehm amerikanisches Ende anbietet, hat man das Gefühl, diese Art Film auch schon ein paar Mal (packender) erlebt zu haben - mindestens zweimal von Genre-Primus Fincher selbst, dessen Einfluss sich offenbar auch "Prisoners" beugen muss. 

6/10

Dienstag, 25. November 2014

"Jeepers Creepers" [US '01 | Victor Salva]

Zweigeteilt. Es ist ziemlich genau die erste Hälfte, die noch schwankend, gelegentlich lichtdurchlässig, ansonsten schattenhaft ein ungleiches Geschwisterpaar durchs amerikanische Hinterland rasen lässt und den Kackstift in die Hose treibt. Dabei hätte man auch hier schon ahnen können, welchen Weg dieser schizophrene Flickenteppich aus der Produktionsschmiede Coppolas beschreiten würde, wenn die weibliche Hauptfigur sich schon mal präventiv-ironisch für alles Folgende entschuldigt: „You know the part in scary movies when somebody does something really stupid, and everybody hates them for it? This is it.“ Total ironisch und total Meta, aber auch total blöd.

Trotzdem, diese erste Hälfte geht klar, weil die kompletten Nonsens-Dialoge von Justin Long (total erstaunt) und Gina Philips (ähm, total schön) sympathisch vorgetragen werden und „Jeepers Creepers“ ganz wunderbar mit räumlichen Bildebenen arbeitet. Immer wieder verschiebt Regisseur Victor Salva die Handlungs-treibenden Elemente nämlich in den Hintergrund, ehe er sie nach vorne holt oder über eine der Figuren verlautbaren lässt; etwa dann, wenn die Bedrohung (in der ersten Hälfte lediglich eine schnoddrige Dampfwalze) als vager Schatten im Hintergrund anrollt ohne von unseren Protagonisten erkannt zu werden - „Duel“ lässt grüßen. Hier funktioniert „Jeepers Creepers“tatsächlich, in seinen kinetischen, physischen, primär von rasende Maschinen getriebenen Sequenzen. Und dann hält Salva mit einem von Leichen übersäten Kellergewölbe sogar einen ganz memorablen Moment bereit, der die ansonsten schäbig bis okay getricksten Maskenkreationen durch die kluge Lichtgestaltung beinahe wertig erscheinen lässt.

Es ist ziemlich genau die zweite Hälfte, die konsequent, gelegentlich albern, ansonsten sehr albern ein ungleiches Geschwisterpaar von einer überdimensionierten Fledermaus durch ein amerikanisches Polizeirevier jagen lässt. „Jeepers Creepers“ lässt die Hosen runter, total, tritt das Gaspedal durch, macht volle Lotte Genre-Kino; ja, so sehr schon, dass es knallt. Dabei geht Salva lediglich zurück, reanimiert das Phantastische, das Unerklärliche, gibt dem Bösen ein Gesicht. Ein imponierender Zug, auf die gute, erste Hälfte zeitgenössischen Sehgewohnheiten entsprechenden Genre-Kinos, ein ironisches Creature-Movie folgen zu lassen.

Ausgerechnet finanziell, also von jenen, denen ein solcher Schritt doch am wenigsten zuzutrauen wäre, den Massen horrorfilmguckender Durchschnitts-Amerikaner nämlich, wurde dieser Schritt mit knapp 60 Millionen Dollar Einspielergebnis belohnt. Die Filmkritik rügte „Jeepers Creepers“, einer dieser raren Filme, die Begrenzungen und Genre-Konventionen nicht für bare Münze nehmen, sie gar verschieben, weiter treiben und sich mit ihnen zu spielen trauen, dagegen einhellig. Allen anderen sei dieser Quatsch irgendwie empfohlen - sei es für die erste oder die zweite Hälfte. 

5/10

Mittwoch, 19. November 2014

"Interstellar" [US, UK '14 | Christopher Nolan]

Zimmer zimmert wieder. Und wie. Volle Lotte. Diesmal hat er die Orgelklaviatur für sich entdeckt. Und das soll auch der hinterletzte Vollhorst begreifen. Schließlich, so heißt es, sei Nolan mit „Interstellar“ emotionaler geworden, fühlbarer, wärmer. Weil schmerzverzerrte Gesichter und Rotznasen ja Emotionen bezeugen, die Nolan jedoch wieder einmal unfähig ist zu kommunizieren ohne jede Regung, jedes Gefühl falsch zu erheben und laut auszusprechen. Nolan'sches Erklärbär-Kino, das von langweiligen Figuren erzählt, denen ein Schlauberger-Monlog nach dem anderen in den Mund gelegt wird, wenn sie von Schauwert A zu Schauwert B jagen. Der Schauwert beschränkt sich jedoch auf ein Wurmloch und ein Bücherregal, den Rest hat man in jüngerer Kinovergangenheit („Gravity“) oder gar bei Nolan selbst schon besser gesehen. Bleibt die letzte halbe Stunde, die diesen unsagbar dummen, faul geschriebenen Mumpitz zumindest erträglich macht. Der Pathos und das Sentiment stehen Nolan, aber er vertraut der Kraft seiner Bilder nicht. Es verbleibt die Ambition und der Respekt vor dem Wagnis, den man einem der letzten tollkühnen Hollywood-Dirigenten trotz allem entgegenbringen möchte.

4/10

Samstag, 15. November 2014

"Birth" [US '04 | Jonathan Glazer]

Verblüffend. Kein handwerkliches Ausstellungsspiel, keine leeren Hochglanzbilder, kein Posing. Glazer lässt seine Werbefilm- und Musikvideo-Vergangenheit weit hinter sich, weil er versteht, dass das eine nur bedingt mit dem anderen zu tun hat. Er inszeniert mit sicherer Hand, absolut erstklassig, streckenweise atemberaubend, aber seine Inszenierung dient einem Zweck. Schauspieler-Kino aller erster Güte ist das, in dem Kidman als eigensinnige, zarte Schönheit auf den Spuren von Mia Farrow wieder einmal beweisen darf, welch begnadete Schauspielerin sie doch ist, während Danny Huston als Verlobter versucht im Angesicht sich anbahnender Unordnung Contenance zu wahren, ständig angetrieben oder entschleunigt vom wahnsinnig facettenreichen Score eines Alexandre Desplat, der die innere Unruhe und Unordnung der Figuren musikalisch wiederspiegelt. Und Glazer führt alles zusammen, ordnet an, dirigiert. Alles für das Gedankenspiel, alles für den Film. Leider fällt es schwer sich wirklich empathisch den Figuren zu nähern, dazu sind sie zu weit weg, zu unfassbar, fast parabolisch. Trotzdem sind die Figurenkonstellationen interessant und die Dynamik, die mit dem Auftauchen Sean's in Gang gesetzt wird. Er eröffnet sowohl einen ungeschönten Blick auf den Verlobten (in einer wilden, großartigen Szene festgehalten), als auch die psychische Labilität von Kidman's Figur, die nach wie vor den tiefen Schmerz eines Verlustes in sich trägt; ein Schmerz, der so tief ist, dass sie für die Aussicht auf eine Rückkehr zum Status quo alle aufgebauten sozialen Strukturen, ja ihr ganzes, perfekt arrangiertes Leben dafür fallenlassen würde. "Birth" lebt von seiner tieftraurigen Protagonistin und der Illusion eines Glücks, das nie gelebt werden kann. Die Optionen sind eingeschränkt: Tod oder Unterwerfung? Hoffnung war gestern. 

8/10

Samstag, 8. November 2014

Conan-Retro #2: Jack the Ripper und der Fluch des Mittelmaßes

 „Der Killer in ihren Augen“ [JP '00 | Kenji Kodama]

Prinzipiell scheint es nur konsequent zu sein, nach dem rasanten, groß angelegten dritten Film ein fast schon intimes Personenspiel zu initiieren – zumindest für Conan-Verhältnisse. „Der Killer in ihren Augen“ positioniert also seine Figuren um einen Schauplatz der Vergangenheit und greift die Geschehnisse des Vorgängers wieder auf. Die Auflösung ist dann aber selbst für „Detektiv Conan“ konstruiert und einigermaßen bekloppt, während der entlarvte Täter während des endlos gestreckten Finales in bester Bond-Manier wieder und wieder zu einer neuen, alles erklärenden Bösewicht-Rede ansetzt. Spaß macht diese launige, überlange Doppelfolge natürlich trotzdem. Irgendwie.

4.5/10

„Countdown zum Himmel“ [JP '01 | Kenji Kodama]

Netter Campingausflug. Gerne schnarchig (die Einführung), manchmal spannend (der Mord & die Überführung), aber immer sympathisch (die Gefühlsduselei). Das Finale (brennendes Hochhaus) kopiert „Countdown zum Himmel“ ganz frech vom ersten Leinwand-Abenteuer und das Auftauchen der Männer in Schwarz bleibt ohne jede Relevanz. Der Schlussakt gipfelt dann zumindest richtig schön over-the-top. Ansonsten scheint der Umfang der Handlung kaum ausreichend für einen abendfüllenden Spielfilm und wurde für die deutsche TV-Ausgabe beschnitten, um im Doppelfolgen-Format seine Premiere zu feiern.


4/10

„Das Phantom der Baker Street“ [JP '02 | Kenji Kodama]

Los geht’s mit einem erwachsenen Einstieg, der nichts erklärt und doch den Ton für die kommenden 90 Minuten setzt. Das hat in diesen Momenten nichts mehr mit kindgerechter Unterhaltung zu tun und verweist bereits auf die spannende Prämisse des sechsten Kinofilms: Virtual Reality. Dieses Konzept ermöglicht es Conan ein von seinem Vater (ein Schriftsteller, der hier einen seiner raren Langzeit-Auftritte hat) erdachtes Videospiel zu betreten, welcher sogar Elemente aus seinem eigenen Leben in die virtuelle Realität transferiert hat (er leiht Holmes sein Gesicht). Platte Kommentare zur gesellschaftlichen Elite des Inselstaates und damit zu einem sich im Kreis drehenden System, in dem hochrangige Positionen lediglich innerhalb geschlossener Familiendynastien weitergereicht werden, kann sich "Das Phantom der Baker Street" dabei aber nicht verkneifen.

Die Figur des Sherlock Holmes, die nicht nur in der Originalserie immer wieder eine zentrale Rolle spielte, sondern auch eine maßgebliche Inspiration für den namensgebenden Protagonisten gebildet haben dürfte, erfährt hier durch mehr oder minder offensichtliche Verweise (von Moriarty bis Irene Adler sind alle dabei) und vor dem Hintergrund der englischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert eine respektvolle Hommage (Conan vs. Jack the Ripper), die auch die eigenen Parallelen zum literarischen Vorbild ironisch reflektiert - „Die Baker-Street-Bande macht also das selbe wie wir“. Den Täter von Beginn an zu offenbaren beschneidet den Film dabei auch viel weniger in seinen Möglichkeiten Spannung zu erzeugen, als dass er den Fokus lediglich auf andere Aspekte der wunderbaren Geschichte zu lenken weiß und das Wissen um den Mörder gar als Antriebsfeder für den Zuschauer nutzt.

Sobald das Cyberspace nämlich erst einmal als letzte Ruhestätte eines auf ewig gefangenen Geistes in Aussicht gestellt wurde und das zur Massenbelustigung erdachte Produkt durch einen Hackerzugriff zum Spiel auf Leben und Tod erhoben, generiert „Das Phantom der Baker Street“ seine Spannung an ganz anderer Stelle. Diesem sechsten „Detektiv Conan“-Film geht nicht einmal zum Finale die Puste aus, ganz im Gegenteil: zum Schluss gibt’s noch die androgyne Jack the Ripper-Version der Japaner, eine nicht enden wollende Zugfahrt und ein Conan, dem für einen kurzen Moment die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben steht. „Also wirklich, dieser Computer hat einen schlechten Charakter.“

7/10

Samstag, 1. November 2014

Zuletzt gesehen: Oktober 2014

"Perfect Sense" [UK, DK, IR '11 | David Mackenzie] - 5/10

"Suspiria" [IT '77 | Dario Argento] - 6.5/10

"Hard Boiled" [HK '92 | John Woo] - 4/10

"Terror in der Oper" [IT '87 | Dario Argento] - 5.5/10

"Glengarry Glen Ross" [US '92 | James Foley] - 6/10

"Jack Reacher" [US '12 | Christopher McQuarrie] - 6/10

"Wie in alten Zeiten" [FR '13 | Joel Hopkins] - 3/10

"Videodrome" [CA, US '83 | David Cronenberg] - 5.5/10

"Inland Empire" [US '06 | David Lynch] - 5/10

"Avanti, avanti!" [IT, US '72 | Billy Wilder] - 5/10

"Singin' in the Rain" [US '52 | Stanley Donen & Gene Kelly] - 7.5/10

"The Straight Story" [FR, US '99 | David Lynch] - 7/10

"Brave" [US '12 | Brenda Chapman] - 5/10

"The Amityville Horror" [US '79 | Stuart Rosenberg] - 3/10

"Taken 2" [FR '12 | Olivier Megaton] - 2/10

"Away We Go" [UK, US '09 | Sam Mendes] - 5.5/10

"Tanz der Vampire" [US '67 | Roman Polanski] - 5/10

"Tatort: Im Schmerz geboren" [DE '14 | Florian Schwarz] - 4/10

"Hiroshima mon amour" [FR, JP '59 | Alain Resnais] - 5/10

"Lemming" [FR '05 | Dominik Moll] - 6/10

"Scream" [US '96 | Wes Craven] - 8/10

"Scream 2" [US '97 | Wes Craven] - 5.5/10

"Scream 3" [US '00  | Wes Craven] - 5.5/10

"Ein Prophet" [FR '09 | Jacques Audiard] - 6.5/10

"Gone Girl" [US '14 | David Fincher] - 6.5/10

"We Own the Night" [US '07 | James Gray] - 3.5/10

"Der Eissturm" [US '97 | Ang Lee] - 7/10

"Super" [US '10 | James Gun] - 5/10

"The Hunter" [AU '11 | Daniel Nettheim] - 5/10

"Louie" [US '10 | Season 1] - 7/10

"Louie" [US '11 | Season 2] - 6.5/10

"Dredd" [UK, IN, US '12 | Pete Travis] - 4/10

"The Expendables 2" [US '12 | Simon West] - 4/10

"Lilja 4-ever" [DK, SE '02 | Lukas Moodysson] - 6.5/10