Samstag, 29. November 2014

"Prisoners" [US '13 | Denis Villeneuve]

Eigentlich die Geschichte von einem Superbullen, der andauernd von Wolverine sabotiert wird. Die Schauspieler gefallen, ihre Figuren können dieses überlange 160-Minuten-Brett aber auch nur bedingt tragen. Einen solchen Film über zwei Stunden zu erzählen macht aber schon Sinn, weil die Unerträglichkeit des Wartens und die Aussicht des Scheiterns zentrale Eckpfeiler der Geschichte bilden und die Figuren Raum brauchen, die jeweiligen, ungeheuer vielseitigen Reaktionen glaubwürdig auszubilden. Villeneuve hat diesen Raum, nutzt ihn aber nicht. Jackman's kreuzdoofes Proleten-Vieh von Vater ist schon nach der ersten Szene restlos ausbuchstabiert, Bello fällt nach der Anfangsphase einfach hinten runter, ebenso das andere Elternpaar. Auch die Fähigkeiten eines Dano bleiben sträflich ungenutzt. Es verbleibt Gyllenhaal, der die Reise aus "Zodiac" im Körper eines spannenden, Augen-verkniffenen Arbeitstiers und im Geiste eines True Detective erneut antritt. Die zunächst noch sinnvoll lethargische Inszenierung steht sich spätestens im letzten Drittel nur noch selber im Weg. Und obwohl die Auflösung schon klar geht, entgegen südkoreanischem Nihilismus sogar ein angenehm amerikanisches Ende anbietet, hat man das Gefühl, diese Art Film auch schon ein paar Mal (packender) erlebt zu haben - mindestens zweimal von Genre-Primus Fincher selbst, dessen Einfluss sich offenbar auch "Prisoners" beugen muss. 

6/10

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