Mittwoch, 16. Januar 2013

"Mulholland Drive" [US, FR '01 | David Lynch]

Mulholland Drive. Der Ort, an dem Träume begraben werden. Wo Worte an ihre Grenzen stoßen. Wenn Kino zur Erfahrung wird. Viel zu oft aufs bloße Filmsein reduziert. Ein fragmentarischer Bilderrausch, eine subjektive Momentaufnahme. Höchst originär, fernab jeden Musters. Gedanken werden in Bilder und Gesten übersetzt. Zwischen pulsierenden Lichtkegeln, schillernden Scheinwelten und heißem Lesben-Sex. Desillusionäre Theaterausflüge und reflektierende (De-)Maskierung, komischer Auftragsmord und nihilistisches Diner-Gespräch. Unaufhörlicher Sturzflug in zwei Akten. Erotische Anziehung und korrupte Traumfabrik, verwüstete Seelen und einsames Sterben. Zutiefst menschlich und deshalb auch zutiefst bedrückend. Beeindruckendes Meta-Acting, geerdete Inszenierung. Blinde Angst und trügerischer Schein. Willkürliche Notizen zu einem Film. Für die Ewigkeit. Also der Film.

9/10

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